Fahrrad-Verkehrssicherheit für Kinder

Bußgeldkatalog falsche Beförderung vom Kind auf dem Fahrrad

BeschreibungBußgeld
Kind über 7 Jahre auf einem einsitzigen Fahrrad befördert5 €
Kind ohne vorgeschriebene Sicherheitsvorkehrungen auf einem einsitzigen Fahrrad befördert5 €
mehr als 2 Kinder in einem Kinderfahrradanhänger befördert5 €
Kind über 7 Jahre in einem Kinderfahrradanhänger befördert5 €

Bußgeldrechner Kinderbeförderung auf dem Fahrrad

Fahrrad-Regeln für Kinder

Für Kinder gibt es besondere Fahrradregeln

Für Kinder gibt es besondere Fahrradregeln

Kinder sind stolz und glücklich, wenn sie selbst endlich Fahrrad fahren können. Doch welche Fertigkeiten sollten Kinder beherrschen und trainieren, um im Straßenverkehr sicher unterwegs zu sein? Welche besonderen Regelungen gibt es für den Nachwuchs? Und wie sieht es überhaupt mit der Haftung bei einem Unfall aus?

Welche Fertigkeiten sollten Kinder auf dem Fahrrad beherrschen?

Kinder gehören zu den schwächsten Teilnehmern im Verkehr. Doch damit sich der Nachwuchs auf seinem Kinderfahrrad möglichst sicher bewegt, ist es nicht nur wichtig, dass er das Fahrradfahren an sich lernt, sondern dass er auch noch eine Reihe von wichtigen Fertigkeiten trainiert und beherrscht. Doch welche sind das?

  • Kinder müssen lernen die Geschwindigkeiten und Entfernungen von Fahrzeugen richtig einzuschätzen.
  • Kinder müssen Gefahrensituationen erkennen können und zudem wissen, wie sie Gefahren im Straßenverkehr vermeiden und/oder wie sie sich in riskanten Situationen am besten verhalten.
  • Kinder dürfen sich nicht durch die vielen Umweltreize ablenken lassen.
  • Kinder müssen stets aufmerksam sein und müssen sich dabei immer auf wichtige Aspekte im Straßenverkehr konzentrieren, damit die eigene Sicherheit nicht gefährdet wird.
  • Kinder müssen das Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmern einschätzen und voraussehen können.

Verkehrsrecht: Welche Regeln gelten für Kinder?

Kinder auf dem Fahrrad im Verkehr

Kinder auf dem Fahrrad im Verkehr

Bis zum achten Lebensjahr müssen Kinder auf dem Gehweg fahren. Selbst der Radweg ist für Kinder unter acht Jahren tabu, außer es handelt sich um einen kombinierten Geh- und Fahrradweg. Im Verkehrsrecht werden Kinder unter acht Jahren rechtlich wie Fußgänger behandelt und müssen daher auf dem Bürgersteig/Gehweg fahren.

Kinder im Alter zwischen acht und zehn dürfen sowohl auf dem Gehweg als auch den Radweg fahren. Erwachsene Radfahrer dürfen dagegen laut StVZO nicht auf dem Gehweg fahren und müssen daher getrennt von den Kindern auf dem Radweg oder aber der Straße fahren.

Genau diese Regelung birgt aber einen Widerspruch in sich. Denn wer ein Kind auf dem Fahrrad begleitet, welches im Straßenverkehr noch nicht geübt ist, hat seine Aufsichtspflicht zu erfüllen. Bei Fehlverhalten muss schnell reagiert werden. Doch wie soll das gehen, wenn das Kind mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fährt, doch Aufsichtspflichtige diesen nicht benutzen dürfen? In diesem Fall wird die Aufsichtspflicht verletzt. Wenn sich die Aufsichtspflichtigen jedoch entscheiden, zusammen mit dem Kind auf dem Gehweg zu fahren, begehen sie laut Bußgeldkatalog eine Ordnungswidrigkeit. Es droht nicht nur ein Bußgeld, sondern zudem müssen sie im Falle eines Unfalls ebenfalls haften.

Um diese Gesetzeslücke zu schließen bzw. zu umgehen, spricht der ADFC eine Empfehlung aus. Demnach sollten Eltern ihre Kinder auf der Straße fahren lassen. Aber immer nur dann, wenn die Kinder die Grundregeln im Straßenverkehr sicher beherrschen und selbstverständlich auch absolut sicher auf dem Fahrrad sitzen. Es wird geraten, dass die Eltern am besten ein paar Meter versetzt hinter dem Kind herfahren, um das Kind vor dem von hinten kommenden Autoverkehr schützen zu können. Nach Aussage des ADFC haben die Erwachsenen die gemeinsame Fahrt auf der Straße im Blick. Sollten zwei Erwachsenen mitfahren, kann das Kind in den „Kasten“ genommen werden: ein Erwachsener fährt hinterher, ein Erwachsener fährt voraus.

Ab dem zehnten Geburtstag gelten laut StVO für Kinder die gleichen Regeln wie für Erwachsene.

Wer sein Kind auf einem einsitzigen Fahrrad mitnehmen möchte, muss mindestens 16 Jahre alt sein. Zudem darf das Kind nicht älter als 7 Jahre sein. Dies gilt für einen Kindersitz und einen Fahrradanhänger. Bei letzterem dürfen nur maximal zwei Kinder mitgenommen werden. Für behinderte Kinder entfällt die Altersbegrenzung.

Verkehrsrecht Kinder: Wer haftet bei einem Unfall?

Haftung bei einem Unfall des Kindes auf dem Fahrrad

Haftung bei einem Unfall des Kindes auf dem Fahrrad

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen von Kind und Aufsichtspflichtigen kann es immer wieder passieren, das Kinder einen Unfall oder Schaden verursachen. Doch welche Regelungen gibt es bei der Unfallhaftung?

  • Bis zum zehnten Lebensjahr sind Kinder für Schäden nicht haftbar zu machen, die sie im Falle eines Unfalls mit einem Fahrzeug verursachen. Wenn den Kindern selber etwas passiert, erhalten sie vollen Schadenersatz – selbst bei eigenen Verschulden etwa nach der Missachtung der Vorfahrt.
  • Bei parkenden Autos sehen die Regelungen jedoch anders aus. Wenn ein Kind, das acht Jahre oder älter ist, gegen ein abgestelltes und stehendes Kraftfahrzeug fährt, kann es für den Schaden verantwortlich gemacht werden. Zudem können auch die Eltern in Haftung genommen werden, da diese sich davon überzeugen müssen, dass sich ihr Kind im (Straßen-) Verkehr sicher bewegen kann – auch ohne Aufsicht und völlig alleine.

8 Kommentare

  1. Andre Milbrath sagt:

    20 Euro für fahren ohne Beleuchtung ist Abzockerei mfg

  2. Vera Schifer sagt:

    Hallo liebes Bußgeldkatalog-Team,

    wirklich ein lesenswerter Artikel, den ich sofort abgespeichert habe um ihn auch meinem Kleinen zu zeigen. Er ist in der 3. Klasse und macht einen „Fahrradführerschein“. Das ist eine sehr sinnvolle Maßnahme, da auch die Grundschulkinder hier sehr viel über Verkehrssicherheit erfahren, was wichtiges Thema ist.
    Weiter so!
    Vera

  3. Flora Weser sagt:

    Guten Tag Redaktion,
    bekommen Eltern die Punkte für Ihre Kinder überschrieben?
    MfG
    Vally

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Frau Seitberger,

      auf dem Bürgersteig dürfen nur Kinder mit dem Fahrrad fahren.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Frau Weser,

      nein, die Eltern erhalten keine Punkte für die Taten Ihrer Kinder.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  4. Michalke sagt:

    Hallo Bußgeld Team,
    Folgendes ist passiert. Wir 4 Erwachsene und 3 Kinder sind am 3. Oktober angehalten worden weil wir den Fahrradweg auf der falschen Seite benutzt haben. Also fahren auf der falschen Seite. Laut Polizei sollten wir alle 20€ pro Person bezahlen! Wir 2 Erwachsene und ein Kind mussten 60€ zahlen. Haben wir mit EC gemacht. Unsere Freunde mit zwei Kindern haben sich einen Zahlschein ausstellen lassen und nur eine Strafe von 20€ bekommen! Meine Frage müssen Kinder diese Strafe überhaupt zahlen? Die Polizei hat weder gefragt wie alt die Kinder sind noch welches Kind zu wem gehört! Oder haften Eltern für Ihre Kinder?
    MfG
    I.Michalke

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo,

      da Kinder erst ab 14 Jahren strafmündig sind, kann gegen diese kein Bußgeld verhängt werden. Der Bußgeldkatalog sieht auch keine Haftbarmachung der Eltern für die Verkehrsordnungswidrigkeit, auf der falschen Seite des Radwegs gefahren zu sein, vor. Demzufolge erscheint uns das gegen Sie verhängte Bußgeld als zu üppig bemessen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  5. Grätz .Frank sagt:

    §2 der Stvo Kinder bis zur Vollendung des 8 Lebensjahr dürfen nicht auf der Strasse fahren ferner müssen sie an Kreuzungen wenn sie die Strasse überqueren absteigen Kinder biss zur Vollendung des 10 Lebensjahres dürfen auf dem Gehweg fahren auch wenn die Eltern dabei sind und die haben auf der Strasse zufahren (als EX.Radamateur 678.000 km in 19 Jahren )und Berufskraftfahrer kann ich manchmal nur den Kopfschütteln wie sich Radfahrer im Strassen verkehr benehmen vorallem Eltern bzw.junge Mütter die bei Rot über die Ampel fahren obwohl sie ihren Schützling dabei haben also Rücksicht ist die Devise und nicht auf Teufelkommraus denn nur wenn man sich an die Regeln hält und auch als Radfahrer mal auf sein Recht verzichtet der kommt auch sicher bei B an !

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