Ein Reflektor am Fahrrad sorgt für mehr Sicherheit

Rückstrahler, Katzenaugen, Speichenreflektoren – am Fahrrad Pflicht

Ein Reflektor muss sowohl hinten als auch vorn vorhanden sein.

Ein Reflektor muss sowohl hinten als auch vorn vorhanden sein.

Er hilft Radfahrer bei Dunkelheit oder schlechten Witterungsbedingungen rechtzeitig sichtbar zu machen – der Reflektor. Jeder, der ein Rad besitzt, kennt die gelben und roten Kunststoffteile, die an den Speichen, Pedalen und meist auch am Gepäckträger oder den Schutzblechen angebracht sind.

Reflektoren, oder auch Fahrradreflektoren genannt, sind laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) für ein Fahrrad zwingend vorgeschrieben. Ohne diese gilt ein Rad nicht als verkehrssicher.

Doch was für ein Reflektor muss am Fahrrad wo angebracht sein? Welche Farben dürfen sie haben und wie stark dürfen sie das Licht reflektieren?

Der Begriff „Katzenaugen“ ist beim Fahrrad allgemeinhin bekannt. Was genau sich dahinter verbirgt, welche Arten von Fahrrad-Reflektoren angebracht sein müssen und ob Sanktionen drohen, wenn diese nicht vorhanden sind, wird im nachstehenden Ratgeber genauer betrachtet.

Fahrradreflektoren: Verschiedene Arten gehören an unterschiedliche Stellen am Rad

Reflektoren am Fahrrad fallen unter die Vorschriften zur Fahrradbeleuchtung und sind in Deutschland gesetzlich gemäß § 67 StVZO geregelt. Neben der bekannten Beleuchtung, wie ein weißer Schweinwerfer nach vorn und eine rote Schlussleuchte nach hinten, werden in diesem Paragraphen auch elf Reflektoren für ein Rad vorgeschrieben.

Die wenigsten Radfahrer haben jedoch diese hohe Anzahl auch wirklich an ihrem Rad angebracht. Dennoch gehört ein Reflektor an verschiedenen Stellen zu einem verkehrssicheren Fahrrad dazu. Ganz ohne diese Sicherheitsmaßnahmen unterwegs zu sein, kann gefährlich werden und das Unfallrisiko deutlich erhöhen. Oft sind es spezielle Räder, wie ein Rennrad, die keinen einzigen Reflektor aufweisen.

Für einen Radfahrer ist Gesehenwerden ein sehr wichtiger Punkt bei der Teilnahme am Straßenverkehr, daher sollte immer auf die möglichst beste Sichtbarkeit Wert gelegt werden. Ein Reflektor – oder besser gleich mehrere – kann hier Abhilfe schaffen.

Wie bereits beschrieben, befindet sich ein Reflektor, je nach Aufgabe und Funktion, an verschiedenen Positionen am Rad. Daher gibt es am Fahrrad gelbe Speichenreflektoren, mindestens einen weißen Reflektor sowie auch rote Rückstrahler fürs Velo.

Ein Radfahrer ist immer gut beraten, mindestens eines von jedem Element, das nach StVZO vorgegebenen ist, an seinem Rad anzubringen.

Ein weiterer Rückstrahler in Rot ist hinten am Fahrrad Pflicht.

Ein weiterer Rückstrahler in Rot ist hinten am Fahrrad Pflicht.

In der folgenden Übersicht sind diese vorgeschriebenen reflektierenden Flächen zusammenfassend aufgeführt:

  • mindestens ein nach vorn gerichteter weißer Reflektor – auch Rückstrahler genannt – dieser darf auch in den vorderen Scheinwerfer integriert sein
  • ein Rückstrahler (rund) in rot, dessen höchster Punkt nicht höher als 600 mm über der Fahrbahn liegt
  • ein roter Großflächen-Rückstrahler hinten am Rad, mit dem Buchstaben „Z“ gekennzeichnet
  • Rückstrahler (gelb) an Pedale und Speichen, Reflektoren an der Pedale müssen nach vorn und hinten wirken
  • mindestens zwei gelbe Speichenreflektoren – müssen am Fahrrad um 180° versetzt an jedem Reifen angebracht sein und zur Seite wirken
  • oder es müssen weiße, reflektierende Streifen an jedem Reifen oder den Speichen beider Räder angebracht sein

Auch weitere gelbe Reflektoren sind zugelassen.

Für diese genannten Reflektoren und Rückstrahler besteht die Pflicht, diese zu montieren und so anzubringen, dass sie den Regelungen der StVZO entsprechen.

Was genau sind eigentlich Rückstrahler?

Wie beschrieben, sind Rückstrahler am Fahrrad laut StVZO immer anzubringen. Unter Rückstrahlern sind Flächen zu verstehen, die einfallendes Licht in die Richtung zurückgeben, aus der es kam – also reflektieren.

Das heißt, wird ein solcher Reflektor von den Scheinwerfern eines Fahrzeugs angestrahlt, wirft er das Licht in diese Richtung zurück. Somit werden Radfahrer als solche auch erkannt, da diese Rückstrahler, wenn richtig angebracht, sehr markant sind.

Gängige Rückstrahler werden heute aus Kunststoff, meist Hartplastik oder Plexiglas, gefertigt. Um einen Autofahrer nicht zu blenden und das Licht nicht direkt in die Quelle zurückzuwerfen, wird ein solcher Reflektor so aufgebaut, dass eine Streuwirkung entsteht. Dies geschieht durch eine bestimmte Anordnung der Kunststoffflächen.

Speichenreflektoren: Kazenaugen sind laut StVZO vorgeschrieben.

Speichenreflektoren: Kazenaugen sind laut StVZO vorgeschrieben.

Bei einem Reflektor sind die strahlenden Flächen in jeweils drei Paaren als Winkel oder in Prismen angeordnet, sodass meist eine Pyramide entsteht. Deren Spitzen weisen von der Lichtquelle weg nach hinten, und werfen so das einfallende Licht zurück wobei es gleichzeitig auch gestreut wird. Bei einer indirekten Einstrahlung wird das Licht gebrochen und so auch wieder reflektiert.

Teilweise sind am Rad montierte Rückstrahler auch abgewinkelt und in verschieden großen Teilflächen angebracht. Licht kann so aus verschiedenen Richtungen einfallen und zurückgestrahlt werden, ohne, dass der ganze Reflektor seine Funktion verliert. Durch diese Winkel und weitere Beugungseffekte wird die Streuwirkung der Reflektoren am Fahrrad verstärkt und die Sichtbarkeit vergrößert.

Je nach Funktion ist ein Reflektor in der Farbe eingefärbt, in dessen Licht er reflektieren soll.

Auch am Fahrrad sind Katzenaugen wichtig

Als Katzenaugen werden gelbe Reflektoren an den Speichen eines Fahrrads bezeichnet. Auch Katzenaugen sind sogenannte Retroreflektoren – also Rückstrahler – die das Licht in die Richtung zurückwerfen, aus der es kam.

Eigentlich sind diese Reflektoren zylindrisch aufgebaut und besitzen innen eine verspiegelte Fläche. In Deutschland hat sich jedoch auch für einen großflächigen, abgewinkelten Reflektor der Begriff „Katzenauge“ eingebürgert. Aufgrund ihrer meist ovalen Form und dem gelb zurückgestrahlten Licht, sehen sie oft aus wie leuchtende Augen einer Katze.

Katzenaugen müssen am Fahrrad so angebracht sein, dass dieses, wenn es seitlich angestrahlt wird, deutlich erkennbar ist. Ist ein solcher Reflektor nicht an den Speichen angebracht, muss entweder ein durchgehender Reflektorstreifen auf dem Mantel des Reifens vorhanden oder dünne Speichenreflektoren in Röhrenform montiert sein.

Durch diese neuen Möglichkeiten für einen seitlichen Reflektor sind Katzenaugen nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Seitliche Reflektoren an sich jedoch schon.

Ein Fahrrad ohne einen Reflektor ist nicht verkehrssicher

Der gelbe Rückstrahler an der Pedale muss nach vorn und hinten reflektieren.

Der gelbe Rückstrahler an der Pedale muss nach vorn und hinten reflektieren.

Nicht nur vorn und hinten ist die Beleuchtung an einem Rad vorgeschrieben und wichtig, auch die sogenannte seitliche Kenntlichmachung – eben durch die beschriebenen Katzenaugen oder anderen Reflektorenarten – spielt für die Verkehrssicherheit eine große Rolle.

Wie bereits erwähnt, muss ein Rad auch bei seitlichem Lichteinfall als solches erkennbar sein und benötigt dazu einen Reflektor, der dies gewährleistet. Sind solche seitlichen Kenntlichmachungen nicht vorhanden, ist das Rad also nicht verkehrssicher und darf nicht verwendet werden.

Ist ein Radfahrer ohne mindestens zwei Katzenaugen pro Laufrad, einem ringförmigen Reflektorstreifen oder den dünnen Speichenreflektoren unterwegs, kann das ein Bußgeld von 10 Euro zur Folge haben. Kommt es zu einem Fahrradunfall oder wurden andere im Straßenverkehr durch nicht vorhandene Beleuchtung oder Kenntlichmachung des Rads gefährdet, kann die Sanktion bis 25 Euro betragen.

Ein Reflektor muss korrekt montiert sein. Eine Fahrradwerkstatt oder auch der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) können hier gute Tipps und Hinweise zu einer korrekten und verkehrssicheren Anbringung von Reflektoren geben.

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